Konzept
Bewegung im Kiez sichtbar machen – als zentrale Anlaufstelle für alle Menschen und Akteure im Sozialraum.
Der Bewegungslotse macht das Thema Bewegung im Kiez sichtbar und fungiert als zentrale Anlaufstelle für alle Menschen und Akteure im Sozialraum. Er trägt dazu bei, bestehende Bewegungsangebote transparent und leicht auffindbar zu machen, indem er einen umfassenden Überblick über Angebote, Bedarfe und relevante Akteure erstellt, pflegt und kontinuierlich aktualisiert. Dabei behält er die unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen im Blick, identifiziert Hindernisse für mehr Bewegung und entwickelt gemeinsam mit Kooperationspartnern Lösungsansätze zum Abbau dieser Barrieren.
Die Idee für dieses Konzept geht auf das Projekt „KiezSportLotsin“ im Bezirk Mitte zurück, das 2013 im Quartiersmanagement-Gebiet Brunnenstraße startete und in den folgenden Jahren auf den gesamten Bezirk Mitte ausgeweitet wurde. Die dort gesammelten Erfahrungen zeigen, dass viele Bürger*innen bestehende Bewegungsangebote nicht kennen oder nicht wissen, wo sie sich einen Überblick verschaffen können. Genau an diesem Punkt setzt die Arbeit des Bewegungslotsen an. Insbesondere bewegungsferne und sozial benachteiligte Menschen weisen häufig erhebliche Informationsdefizite auf.
Ein zentraler Bestandteil der Tätigkeit des Bewegungslotsen ist die enge Zusammenarbeit mit Einrichtungen im Kiez, die Zugang zu schwer erreichbaren Zielgruppen ermöglichen. Er identifiziert Schlüsselpersonen, stärkt bestehende Netzwerke und schafft Partizipationsmöglichkeiten – sowohl für einzelne Bewohner*innen als auch für Gruppen. Zudem erfasst er die bewegungsbezogene Infrastruktur im Sozialraum, wie Parks, Sport- und Freiflächen, Sporthallen oder Vereinsangebote, und bereitet diese Informationen systematisch auf.
Menschen, die auf der Suche nach passenden Bewegungsmöglichkeiten sind, erhalten individuelle Bewegungsberatung und werden gezielt in geeignete Angebote vermittelt.
Der Bewegungslotse begleitet Kooperationsprojekte auf lokaler und bezirklicher Ebene. Bei relevanten Themen bringt er sich in bezirkliche Gremien ein und stößt Qualifizierungsangebote für neue Multiplikator*innen an, beispielsweise für Kiez-Übungsleiter*innen oder Projekte wie Winterspielplätze. Darüber hinaus unterstützt er Akteure und Vereine dabei, Zugangshürden für Teilnehmende abzubauen.
Insgesamt arbeitet der Bewegungslotse aktivierend, vernetzend und ressourcenorientiert daran, Bewegung für alle Menschen im Kiez zugänglicher, sichtbarer und selbstverständlicher zu machen.
Im Mai 2024 startete das Projekt „Bewegungslotse“ im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Finanziert wird es durch die Techniker Krankenkasse in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf und umgesetzt durch den Träger bwgt e.V.
Wer ist der Bewegungslotse?

Adrian Löscher
Adrian Löscher hat Sporttherapie und Prävention (B.A.) an der Universität Potsdam sowie Rehabilitation, Prävention und Gesundheitsmanagement (M.A.) an der Sporthochschule Köln studiert. Seit 2024 arbeitet er beim gemeinnützigen Verein bwgt e.V. als Bewegungslotse. Zusätzlich ist er als Sporttherapeut beim Sport-Gesundheitspark Berlin e.V. tätig – und verbindet damit sportwissenschaftliches Know-how mit praktischer Arbeit und organisatorischen Aufgaben.
Sport begleitet Adrian seit seiner Kindheit. Angefangen auf den Bolzplätzen Berlins kam er schnell zum FC Internationale Berlin. Durch das Sportstudium ist das sportliche Interesse intensiviert und breiter aufgestellt worden – Beispiele: Roundnet, Crossfit, Kanu und Segeln.
Steckbrief
Ausbildung
- B.A. Sporttherapie und Prävention
- M.A. Rehabilitation, Prävention, Gesundheitsmanagement
Berufspraxis
- „Campusroller“ für Blackroll
- Producttrainer für Adidas
- Rehabilitationseinrichtung in der Uniklinik Köln
- Sport-Gesundheitspark Berlin e.V.
Sportarten
- Fußball
- Roundnet (Spikeball)
- Padel
- Windsurfen